Stimmen / Kritik
Subtil und feinsinnig-von Tobias Weber- 05.01.2010
Neujahrskonzert mit dem Ensemble Sax Allemande in Passau
....unglaublich beweglich und differenziert in der Technik, höchst subtil und feinsinnig im Klang. Man hört Klarinetten, Oboen, hie und da gar Flöten, ein Fagott oder einen gestrichenen Kontrabass und rätselt gelegentlich, wo denn nur der vierte Spieler sitzt - so perfekt illusionieren die drei Instrumente den großen Orchesterklang. Klassisches Saxofonspiel auf höchstem Niveau hat einen Namen: Sax Allemande.
Passauer Neue Presse
Große Oper ohne Corps de Ballett und Bühnenbild- von Roswitha Frey- 14.12.2009
....."Sax at the Opera" hieß es für einmal bei den Bad Säckinger Kammermusik-Abenden. Die Aussicht, das renommierte Saxophonensemble mit Bearbeitungen von Opernarien und Ballettklassikern zu hören, zog ein großes Publikum an. Das durfte sich denn auch entspannt zurücklehnen und genießen, was Frank Schüssler am Sopransaxophon, Arend Hastedt am Altsaxophon und Markus Maier am Baritonsaxophon an differenziertesten Bläserfarben hervorzauberten.....
.....Gleich zum Einstieg in Arien aus Mozarts "Don Giovanni" überzeugte die Fähigkeit der Saxophonisten, wunderbar sanglich-kantable und ariose Bläserlinien in den Raum zu zeichnen, mit einer Leichtigkeit, Eleganz und unangestrengten Brillanz und nicht zuletzt einem Spielwitz, der das Zuhören wirklich zum unbeschwerten Vergnügen macht. Um die Zuhörer in die Welt und Zeit Mozarts zu entführen, also in eine Zeit ohne Handy, ohne CDs, ohne Youtube, brauchte es einfach nur drei so perfekt harmonierende Saxophonvirtuosen.....
Badische Zeitung
Verwandte Seelen-von Robert Schad-20.05.2009
Coburg - "Sax Allemande", das ist Kammermusik der etwas anderen Art: ein Saxophontrio, bestehend aus Frank Schüssler (Sopransaxophon), Arend Hastedt (Altsaxophon) und Markus Maler (Baritonsaxophon).
Die erste Programmhälfte war von einer Art Symbiose geprägt, dem so genannten "Schubert/Kagel Projekt". Hierbei handelt es sich zum einen um Bearbeitungen zweier Streichertrios in B-Dur von Franz Schubert (1797-1828) für Saxophontrio, zum anderen um Sätze aus der Suite "Der Mündliche Verrat" von Mauricio Kagel (1931-2008), für Saxophontrio komponiert. Die einzelnen Sätze dieser Kompositionen wurden abwechselnd gespielt.
Anlass für diesen ungewöhnlichen Programmablauf bot die Ansicht Kagels, er sehe in der Musik nur zwei Themen, die wirklich von Interesse seien: Liebe und Tod. Der Gedanke an Schubert drängt sich förmlich auf, dessen Werke zum großen Teil von diesen beiden Themen geprägt sind. Es wirkte geradezu beängstigend, dass trotz der verschiedenen Stile der Komponisten die musikalischen Grundzüge die gleichen sind.
So geschah es ein ums andere Mal, dass die Zuhörer gerade noch in einem Schubert-Menuett schwelgten und im nächsten Moment ein Molto rubato von Kagel hörten, ohne dies gleich zu merken, was sicherlich auch an der Souveränität der Musiker lag. Dieser unheimliche Zusammenhang bewirkte nicht nur eine neue Art des Hörens schubertscher Musik, er machte auch die für viele Besucher gewöhnungsbedürftige Musik Kagels zugänglicher. Die experimentelle Art der Komposition, die dissonanten Klangteppiche und extravaganten rhytmischen Spielereien erschienen natürlich und logisch, als ob Kagel die Musik Schuberts bis in das 20. Jahrhundert fortgeführt hätte. Die zunächst undenkbare Symbiose der zwei Musiken gestaltete sich immer mehr als selbstverständlich. Schuberts Musik wurde durch Kagel so zusagen in einem neuen Licht dargestellt.
Im zweiten Teil gab es für alle Freunde der tonalen Musik, frei von Experimenten und Projekten, die große Versöhnung: elf der 48 Lieder ohne Worte von Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847), darunter das Frühlingslied, die Gondellieder und das Spinnerlied, erklangen in Arrangements für Saxophontrio. Und auch hier, wie schon im ersten Teil, erwies sich das Ensemble als transparenter, technisch perfekter und interpretatorisch erstklassiger Klangkörper.
Die bekannten Melodien und das sympatische lockere Spiel der drei Saxophonisten zauberten den Zuhörern ein Schmunzeln nach dem anderen auf das Gesicht. Grund genug für langanhaltenden Beifall, der dem Saxophontrio insgesamt drei Zugaben, den arabischen, den russischen und den chinesischen Tanz aus dem "Nussknacker" von Tschaikowsky, entlockte. Die Musiker hätten ihn auch ganz spielen können - das begeisterte Publikum hätte ihnen mit Freuden gelauscht.
Neue Presse, Coburg
Brillanter Konzertabend mit Bach und Mozart-von Hilde Viehöfer-Emde- 08.10.2008
Auftakt der Schlosskonzertreihe mit ungewöhnlichem Programm. "Sax Allemande" mit Frank Schüssler, Arend Hasted, Markus Maier und Stepan Mishula bietet den Zuhörern ein geniales Zusammenspiel.
Von unserer Mitarbeiterin Hilde Viehöfer-Emde
Jülich. Einen besonderen Touch hatte das erste Schlosskonzert der Saison im ausverkauftem Haus. Ein Saxophonensemble spielte im ersten Programmteil Auszüge aus den "Goldberg-Variationen" von J. S. Bach. Die Besetzung für dieses Werk erstaunte und spannte den Erwartungsbogen straff. Johann Sebastian Bach schuf dieses Werk für Klavier und demonstrierte sein Genie in der Kompositions- und insbesondere in der Variationskunst.
Wie nun sollte sich der Konzertbesucher die anderen Klangwelten des Saxophons bei diesem klassischen Werk vorstellen. Aber selbst Skeptiker wurden von der Intensität der Wiedergabe und der Ausdrucksstärke der Instrumente verblüfft. Dies lag natürlich nicht nur an der ausgezeichneten Transkription, sondern im Besonderen an der perfekten Spielweise, dem musikalischen Verständnis, der präzisen Intonation und der Sensibilität der Musiker.
Das Ensemble "Sax Allemande" mit Frank Schüssler, Arend Hasted, Markus Maier und Stepan Michulka bot ein geniales Zusammenspiel und ging mit der Bach-Komposition so sensibel und behutsam um, dass es dieses Werk geradezu ehrfürchtig zelebrierte. Die Akteure betrachteten es nach eigener Aussage als "Nationalhymne" der musikalischen Welt.
So fügten sie denn die einander folgenden Stimmen zu einer Einheit und vollzogen Bachs artistische Spontaneität nach. Sie erreichten Klangdynamik und Transparenz, verfügten über differenzierte und reich nuancierte Klanggestaltung.
Die Anekdote zur Entstehung der Variationen erzählt, dass Bach sein geniales Werk schuf, um einem von Schlaflosigkeit gepeinigten russischen Gesandten durch das Spiel dieser Musik die Zeit zu vertreiben. Auch wenn die Zuhörer sicherlich keinen schlaflosen Abend in der Schlosskapelle verbringen wollten, gelang der "Zeitvertreib" auch hier bestens.
Locker und leicht war das Programm im zweiten Teil des Abends. Fröhlich und unbeschwert, aber mit demselben Engagement bot "Sax Allemande" fünf Arien aus W. A. Mozarts Opernwerk. Bekannte Melodien in ungewohnter Klangform waren für den Zuhörer erholsam und auflockernd nach dem anspruchsvollen Bach-Genuss.
Herzlicher Beifall für einen gehaltvollen Konzertabend wurde durch die Zugabe des Arabischen Tanzes aus der Nussknacker-Suite von P. Tschaikowsky belohnt.
Aachener Zeitung
Bach - neu gehört - von Klaus Trapp - 22.09.2008
Kammerkonzert - Ensemble "Sax Allemande" eröffnet die Saison im Darmstädter Schloss
DARMSTADT. Johann Sebastian Bachs "Goldberg-Variationen" von Saxofonen gespielt? Eine befremdliche Vorstellung, die indes bei genauerem Hinhören im Eröffnungskonzert der Reihe "Kammerkonzerte im Schloss" ihren Schrecken verlor. Die drei Mitglieder des seit zehn Jahren bestehenden Ensembles "Sax Allemande", bei volltönenden Sätzen unterstützt von dem Tenorsaxofonisten Stepan Mishula, führten das eigentlich dem Cembalo zugedachte Werk im Karolinensaal des Hessischen Staatsarchivs derart kultiviert vor, dass man seine Freude an dieser Interpretation haben konnte, die, abgesehen von einigen weggelassenen Wiederholungen, die berühmte "Aria" samt ihren 30 Veränderungen vollständig präsentierte. Frank Schüssler (Sopransaxofon), Arend Hastedt (Altsaxofon) und Markus Maier (Baritonsaxofon) vertieften sich konzentriert in die kunstvollen Kanons und fugierten Sätze, sie sprühten aber zugleich vor Spielfreude und brachten das Kunststück fertig, auch die typischen Klavierfigurationen auf ihren Saxofonen brillant erklingen zu lassen. Bei den zum Teil atemberaubenden Tempi wurden noch die kürzesten Noten sauber getroffen; zudem mussten die Spieler das oft über den gesamten Tonraum eilende Laufwerk auf mehrere Instrumente verteilen, was reibungslos gelang. Andererseits wurden die ruhigen Stücke, wie etwa die "Aria" oder die Adagio-Variation Nr. 25 g-Moll wahrhaft zum Singen gebracht. Hier hatten die Bläser Vorteile gegenüber dem rasch verhallenden Klang eines Cembalos.
Nach dieser von den Zuhörern begeistert gefeierten, fast eine Stunde dauernden Darbietung wirkte der zweite Programmteil wie ein Kehraus. Das Trio servierte fünf Arien aus Mozarts Oper "Don Giovanni" in ausgefeilten Arrangements, die beinah vergessen ließen, dass hier die Singstimmen einschließlich der Orchesterbegleitung auf nur drei Blasinstrumente verteilt werden mussten. Leporellos "Register-Arie", der Auftritt Zerlinas mit Masetto und dem Bauernchor, die große Arie der Donna Anna aus dem zweiten Akt und die "Champagner-Arie" des Don Giovanni wurden so lebendig wiedergegeben, dass sich das kleine Podium - ein wenig Fantasie vorausgesetzt - geradezu in eine Opernbühne verwandelte. Es gab am Ende dieses Eröffnungskonzerts im Rahmen des Kultursommers Südhessen (Kuss) den verdienten starken, lang anhaltenden Applaus und zwei raffinierte Zugaben: Arabischer Tanz und Trepak aus Tschaikowskys "Nussknacker"-Suite.
Darmstädter Echo vom 22. September 2008
Heitere Musik im heiteren Ambiente - von Francisco Pujiula - 14.08.2008
Jestädt. Drei Männer mit dem Saxophon: Die jährlichen Konzertabende in Jestädt haben sich seit Jahren als besondere Ereignisse mit ungewöhnlichen Klangkonstellationen als feste Größe im Kultursommer etabliert. Und auch diesmal blieben die Organisatoren dieser Tradition treu - am Dienstagabend mit dem Trio Sax Allemande, drei Saxophon-Virtuosen, die mit dem so vielseitigen Instrument einen hinreißenden Abend gestalteten. In der heiteren Freiluft-Atmosphäre des Schlosshofes lockten Markus Maier, Baritonsaxophon, Arend Hastedt, Altsaxophon und vor allem der Hauptmelodieträger Frank Schüssler, Sopransaxophon, aus ihren Instrumenten ein deliziöses musikalisches Divertimento hervor, das dieses Konzert zu einem ungetrübten Vergnügen machte.
Sax at the Opera with Gershwin war das Motto diesen Abends: Saxophon einmal als in tausend Farben irisierendes Ausdrucksmittel beliebter klassischer Melodien. Arien aus "Don Giovanni" waren zu hören, einmal als Variationen von Beethoven über "Reich mir die Hand, mein Leben", dazu moderne Bearbeitungen aus "Carmen"-Melodien und bekannte Szenen aus dem Ballett "Nussknacker" - lauter Hits sozusagen aus den ewigen klassischen Charts.
Es war ein regelrechtes Wunschkonzert. Super gespielt von diesen drei Virtuosen, die begeisternd bewiesen haben, wie stark und nuancenreich dieses Instrument sein kann. Sie wollen eine neue Form des Kammermusikensembles, das Saxophontrio, etablieren. Ein Ziel, das diesen drei Beherrschern des klassischen Saxophons wohl gelungen ist; mit perfekter Technik und spielerischem Charme.
Bei ihren Auftritten setzten sie eine Tradition aus den Zeiten fort, als es noch keine Tonträger gab. Die Arrangements von bekannten Opernmelodien, eine altehrwürdige Kunstform, die sie mit neuem Leben ausfüllen - nicht nur mit Werken aus der E-Musik. Denn nach Mozart, Bizet, Beethoven, Tschaikowski kam Gershwin, der in den Interpretationen von Sax Allemande ganz besondere Akzente bekam; nicht das Jazzige stand nun im Mittelpunkt der Interpretationen, sondern das Melodische. Und das nicht nur in "Summertime", sondern auch in "I got rhythm" und "I got plenty of nothing" - unsterbliche Evergreens, die an diesem Abend von einer "klassischen" Patina überzogen wurden und wundervoll klangen.
Das Publikum, das bei den Opern-Blöcken mit dem Applaus nicht bis zum letzten Stück gewartet hatte, spendete mit Bravos durchsetzten Schlussapplaus, dem zwei Zugaben folgten. Noch einmal Gershwin und zu guter Letzt noch einmal Mozart. Ein herrlicher Schlusspunkt.
Werra Rundschau
Kult am Saxofon - von Thomas Enzinger - 31.01.2008
Mit den Goldberg-Variationen setzte Johann Sebastian Bach einen Meilenstein in der Musikgeschichte. In der Aria mit 30 Veränderungen demonstrierte Bach Variationskunst auf höchstem Niveau und verlangt vom Interpreten höchste Virtuosität.Ursprünglich für Cembalo komponiert, klingt es noch imposanter, wenn sich - wie im Haus der Kultur in Waldkraiburg geschehen - mit «Sax Allemande» ein Saxofontrio an dieses Werk wagt.Altsaxofonist Arend Hastedt führte zu Beginn des Konzerts in das Thema ein und erklärte mit einem Satz, warum sich das Trio ausgerechnet an dieses Werk von Bach gewagt hat: «Die Goldberg-Variationen sind einfach Kult.» Was folgte, war eine mehr als eindrucksvolle Interpretation des kompletten Zykluses, der durch den Saxofonklang einen ganz eigenen Charakter entwickelt: charmant und einfach anders.
Die Musiker imponierten besonders durch ihr perfektes Zusammenspiel. Sie ließen die Variationen wie aus einem Guss erklingen, nahezu nahtlos gingen die einzelnen Stimmen ineinander über. Hoch professionell aufeinander abgestimmt, intonierten sie punktgenau.
Den besonderen Reiz des Konzerts machte vor allem der Klang der verschiedenen Saxofone aus. Die Töne entwickelten eine Schönheit, die man von einem Saxofon selten zu hören bekommt. Dabei vermittelten die drei die einzelnen Stimmungen der Variationen so transparent, dass für die Besucher im Haus der Kultur mehr als deutlich wurde, wie akribisch sich die Musiker mit dem Werk auseinander gesetzt haben. So verleihen «Sax Allemande» ihren Saxofonen den Status eines Kammermusikinstruments, obwohl sie bis dato eher in der Jazzszene zu Hause waren.
Wunderbare Virtuosität demonstrierten «Sax Allemande» auch bei den schnellen Passagen: die Finger flogen über die Klappen, frei von jeder Unsicherheit. Was blieb, war Staunen im Zuschauerraum. Und natürlich jede Menge Applaus. Völlig zurecht, denn diese «Goldberg-Variationen» sind ein Meilenstein in der Interpretation dieses kultigen Werks.
www.klassik.com - 06.02.2007
...Die erste durchaus angenehme Überraschung der Einspielung ist also die wunderbare Virtuosität des Trios ‘Sax Allemande’. Instruiert durch den Oboisten Omar Zoboli, Oboenprofessor an der Basler Musikhochschule, widmeten sich die Musiker vor der Einspielung ausführlich Artikulation, dynamischer Abstimmung, Verzierungen und Tempogestaltung der ‘Alten Musik’ – dieser Mühe unterziehen sich längst nicht alle Pianisten, die heutzutage die Goldberg-Variationen einspielen, so scheint es jedenfalls.Die Tempi der rascheren Variationen sind lebhaft, aber nicht zu schnell gewählt, und der musikalische Gestus der jeweiligen Variation ist stets authentisch...
Review by James Leonard www.allmusic.com - 29.12.2006
...the effect is amazing. It's amazing because it's so beautiful, amazing because it's so musical, and most of all amazing because it's so impossibly but wonderfully appropriate. Part of the reason it's amazing is that the Sax Allemande is a subtle, sensitive, soulful ensemble with absolutely unbelievable individual and collective technique. No matter what Bach or the arrangement throws at them, the players knock it out of the park. And part of the reason it's amazing is that the music itself is seemingly indestructible. In a very real sense, it doesn't seem to matter what instrument or combination of instruments play the Goldberg -- harpsichord, piano, string trio, sax trio, whatever -- as long as it's played well, the piece holds up as one of the great monuments of Western music. While clearly not for everyone, anyone with an open mind and an open heart will surely enjoy this disc. From another room, Farao Classics' digital sound could easily be mistaken for the real thingRadio Bremen - "Kammermusik am Freitag" mit Wilfried Schäper - 24.11.2006
Johann Sebastian Bachs Musik ist sehr biegsam – sie klingt in allen möglichen Bearbeitungen einfach gut, und immer bleibt der ployphone, der vielstimmige Geist dieser Stücke erhalten. Natürlich kommt es dabei auch auf die Qualität der Interpreten an. Wenn sich Vollblutmusiker wie die Saxophonisten des Ensembles „Sax Allemande“ mit Bach beschäftigen, dann kommt dabei Überraschendes heraus. Ein frischer Wind, der die Ohren öffnet für die unendlichen Möglichkeiten bei Johann Sebastian Bach... brillant gespielt und erfrischend anders.Wolf Loeckle in Bayern 4, Klassik Plus, "CDs kritisch gehört" - 30.10.2006
...SAX ALLEMANDE mit Variation 25 aus den Goldbergvariationen von Johann Sebastian Bach, jener irgendwie ins Absolut-Unendliche assoziierenden und denkenden Kontemplation der ExtraklasseExtase des Inwendigen. Das waren Frank Schüssler, Arend Hastedt, Markus Maier und als special guest Marcus Weiss mit Sopran-, Alt-, Bariton- und Tenorsaxophon. Hier klingt die Erinnerung vielleicht noch einmal auf an die Bemerkung vom exorbitant clarté verbreitenden Klang eines Saxophonquartetts. Melancholie, Tiefsinn, Sinnlichkeit pur und Gedankenreinheit verbinden sich hier aufs Feinste. Das ist eine wirklich wundervolle Produktion aus dem engagierten Münchner FARAO-Stall...Rehauer Tagblatt - 19.09.2006
Hätte Bach das Saxofon gekannt …... wer weiß, was er für das wunderbare Instrument alles geschrieben hätte. Auch „Sax Allemande“ wählte für seine neue CD die „Goldberg-Variationen“ (Farao Classics, B 108024, etwa 14 Euro). Das Ensemble nähert die Klangsprache der menschlichen Stimme an, nirgends ein Stilbruch: Genauigkeit und Impuls, künstlerischer Ernst und Helligkeit zeichnen die Aufnahme aus, die sich ganz auf die kammermusikalisch-vertrauliche Gesinnung des Werkes konzentriert.
Hoch virtuos und klangsensibel - von Ralf Recklies - 13.08.2002
| Trio "Sax Allemande" mit Arrangements beliebter klassischer Musik in der Klosterkirche Bad Herrenalb |
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| BADHERRENALB.Eigentlich hätten Frank Schüssler (Sopransaxofon), Arend Hastedt (Alt-Saxofon) und Markus Maier (Baritonsaxofon) im Paradies der Klosterruine Bad Herrenalb ihr Programm zur aktuellen CD "Sax at the Opera" Open Air spielen sollen, doch das Wetter machte den Veranstaltern einen Strich durch die Rechnung. Kurzerhand wurde das Konzert in die Klosterkirche verlegt, wo das Trio "Sax Allemande" Kompositionen von Beethoven, Ibert, Mozart und Tschaikowsky vor einem leider viel zu kleinen Publikum spielte. Denn was die drei Saxofonvirtuosen servierten, hätte wahrlich ein großes Auditorium verdient gehabt: Klassische Kompositionen, gespielt auf drei Holzblasinstrumenten, die sich überwiegend im Jazz tummeln und in der Welt der Klassik eher selten zu finden sind. Umso überraschender denn auch die Klangfülle, mit denen Schüssler, Hastedt und Maier die Zuhörerschaft in ihren Bann zogen. Nicht selten schien ein ganzes Orchester die Werke von Beethoven, Mozart, Ibert oder Tschaikowsky zu spielen und dennoch saßen im Kirchenschiff nur die drei Musiker von "Sax Allemande", die es mit ihrem durchdringenden und überaus sensiblen Spiel schafften, auf faszinierende Weise gleichermaßen Streicher oder Blechbläser mit ihren Holzblasinstrumenten zu imitieren. Herrlich, wie es dem Trio gelingt, mit seinem ebenso harmonischen wie frischen Spiel, Tschaikowskys "Nussknackersuite" eine ebenso neue Prägung zu geben wie den bearbeiteten Arien aus Mozarts "Don Giovanni", die durch "Sax Allemande" voller Kraft und Transparenz vermittelt werden. Das Zusammenspiel der drei Saxofonisten ließ keine Wünsche offen und die Arrangements von Rainer Schottstädt und Marius Ruhland könnten kaum feinfühliger sein als in den von "Sax Allemnade" gespielten Weisen. Die drei international anerkannten Holzbläser bestechen gleichermaßen durch die Virtuosität und Vitalität ihres facettenreichen und über weite Strecken unkonventionellen Spiels. Nicht selten erscheinen die Arrangements im Einklang von Schüssler, Hastedt und Maier, als hätten die großen Meister der Klassik ihre Stücke geradewegs für diese Saxofonbesetzung geschrieben. Brillant, wie das Trio Mozarts Arien mit großem Klangvolumen und Gefühl vermittelt, grandios, wie "Sax Allemande" Jacques Iberts Triostücke mit ebenso einfühlsamen als auch treibenden Passagen voller Raffinesse in einer scheinbaren Leichtigkeit zu spielen vermag, als gebe es nichts Einfacheres, als Iberts Stücke zu intonieren. Hatte das Trio schon zu Beginn des Konzertes mit "Allegro", "Adagio - cantabile", "Menuetto - Allegro molto scherzo" und "Finale - Presto" aus Ludwig van Beethovens "Trio op. 87" die Zuhörerschaft ob seiner technischen wie klanglichen Virtuosität überrascht, so steigerte sich das Ensemble kontinuierlich und erreichte spätestens mit den "Don Giovanni"-Arien "Non mi dir, bell’idol mio" oder "Vedrai, casrino" den vorläufigen Höhepunkt des Abends. Nicht minder beeindruckend und faszinierend aber die abschließende "Nussknackersuite" Tschaikowskys. Auf die äußerst gefühllvoll gespielte "Ouvertüre" und den treibenden "Marsch" folgte der "Aarabische Tanz", in dem die Klangfülle der Saxofone in seiner ganzen Fülle ausgeschöpft wurde. Im erfrischend vitalen "Tanz der Zuckerfee" fand die "Nussknacker Suite" schließlich ihren Höhepunkt, bevor die Komposition Tschaikowskys mit "Trepak" ausklang. Herrlich aber nicht nur die Leistungen der drei Virtuosen für sich. Brillant vor allem das Zusammenspiel von Schüssler, Hastedt und Maier, die in der Musik eins zu sein schienen und am Ende eines gelungenen Konzertabends und zwei sichtlich gern gespielten Zugaben mit anhaltendem Beifall aus Bad Herrenalb verabschiedet wurden. Pforzheimer Zeitung |
AZ-München - 15.12.2001
Schöne Idee, glänzende Ausführung: Drei Saxophone gehen fremd. Und aalen sich wohlig in der Welt der Oper. Mozart-Arien, dazu Beethovens Variationen über "Reich mir die Hand mein Leben", eine Hommage an "Carmen" und die "Nussknacker"-Ballettsuite spielt das Trio Sax Allemande hier mit hinreißendem Klangwitz und Leichtigkeit. Nie wird blanke Artistik für Sopran-, Alt- und Baritonsax daraus: Fremdgänge mit Seele.WDR 3, Henning Freiberg - 26.10.2001
...Bereits mit der Ouverture zu Peter Tschaikovskys Nußknacker-Suite zeigen Frank Schüssler, Arend Hastedt und Markus Maier, was sie mit ihren Saxophonen zu bieten haben: Witz, Charme, Virtuosität und, was keineswegs jede Bearbeitung aufweist, größtmögliche Annäherung an die Komponisten.Fast scheint es ja, als habe Tschaikovsky seine Nußknacker für drei Saxophone komponiert, so echt kommt das alles rüber......Mozart erweist sich wie immer, so auch in dieser ausgefallenen Besetzung als wahrer Prüfstein, als das eigentlich schwerste, was es für Musiker gibt: jenseits aller technischen und klanglichen Brillanz den einen Punkt zu treffen, auf den es so ankommt, das Herz.
Sax Allemande gelingt dies. Schon die Durchsichtigkeit, die Linienführung und Kantabilität sind beeindruckend......diese ganze Produktion muß einfach Spaß gemacht haben, das merkt man in jedem Takt, zudem garantiert reibungsloses Zusammenspiel einen Hörgenuß der besonderen Art...
Bayern 4, Volkmar Fischer - 22.10.2001
...die aparten "Giovanni"- Bearbeitungen, von denen man gar nicht genug bekommen kann.....in den Beethovenschen Variationen über "Reich mir die Hand mein Leben" staunt der Hörer acht Minuten lang über die Ausdruckspalette von Instrumenten denen die sogenannte E-Musik selten Gelegenheit zur Bewährung gibt......in Stefan Zorzors "Carmen ibericum", einer Hommage an Spanien wird der farbliche Reiz des Saxophontrios deutlich, der Sinnenzauber des Instruments entfaltet sich keineswegs so schwerfällig wie in manchem Saxophonquartett von Glasounow bis Xenakis. Nein, er verströmt sich viel betörender durch einen flotten Dreier...
...Leichtfüßig und behende bewegt sich dieses Trio über die Hörbühne, finden sie nicht? Die Farao-CD "Sax at the opera" ist ein Loblied der musikalischen Intimität. Das Trio Sax Allemande wird sein Publikum finden...